03|03|2020 Hoffnung: Aufnahme in einer Entgiftung

In genau einer Woche, am 10.03. geht's los und ich kann mit der Entgiftung starten. Es ist nicht die Klinik, vor der ich im letzten Post sprach. Was mich nicht nervt, die Station ist geschlossen, dicht. Ich lasse mich sozusagen freiwillig einsperren. Zudem darf ich auch keinen Besuch bekommen. Hat alles seinen Sinn, klar. Trotzdem ein  beschissenes Gefühl. Handy ist wohl erlaubt, solang man es im Zimmer nutzt.

Was positiv ist, die Klinik kann so etwas wie einen Eilantrag für eine Langzeittherapie stellen, sodass ich zwischen Entgiftung und Therapie nicht nochmal nach Hause muss, keinen "Leerlauf" habe, nicht die Gefahr besteht wieder zu konsumieren.

Jetzt muss ich es IRGENDWIE schaffen, meine Wäscheberge zu tilgen und alles gründlich zu packen, da ich keinen Besuch bekommen darf und auch keinen Ausgang habe, darf ich nichts Wichtiges vergessen.

Mit Xanax bin ich GERADE SO so bis dorthin versorgt, Subutex/Heroin... wird 'ne schwierige Sache. Kaum Geld da, Maß halten ist dringend angesagt, sonst drohen üble Entzugserscheinungen.

Ich mache mir Gedanken um Sven. Er bleibt hier, möchte keine Therapie machen, das Graben in der Vergangenheit, die ganzen Psychologengespräche und die Menschen, mit denen er sich dort abgeben muss...das ist alles nichts für ihn, das erträgt er nicht. Ich sehe das anders.

Er meint, er wird es schaffen, nur gelegentlich zu konsumieren. Ich meine, das wird er nicht schaffen, aus Erfahrung. Garantiert nicht. Vielleicht gibt ihm das einen "Schubs" wenn ich weg bin und er ganz allein ist und er macht doch etwas gegen seine Sucht. Ich hoffe es sehr, denn sollte ich es hinbekommen Entgiftung und Langzeittherapie zu schaffen und clean zu bleiben, KANN ich nicht zu ihm zurück, wenn er noch drauf ist. Die Rückfallgefahr wäre viel zu groß.

Ich hatte oft ein Problem mit "gesundem Egoismus", aber gerade da sollte ich egoistisch sein, für mich, für mein Leben.

Wenn da die Liebe nicht wäre. Gerade laufen mir Tränen über mein Gesicht, weil ich mir vorstelle, ich schaffe es und führe irgendwann ein "normales" Leben und er sinkt tiefer und tiefer.

Das war vielleicht erstmal mein letzter Post, in der Entgiftung gibt es kein W-Lan, wie es damit in der Langzeittherapie aussieht, weiß ich nicht. Aber ich schreibe ganz bestimmt wieder, auch wenn es so aussieht, als hat noch NIEMAND etwas aus meinem Blog gelesen... Schade irgendwie, würde mich gern austauschen.





Marla

10|02|2020 Tag 5 - ohne H

Sven (Name geändert), mein Freund zieht gleich los und besorgt eine Subutex. 5 Tage ohne H - gut. Die Entzugssymptome halten sich sogar in Grenzen, meine Augen tränen etwas, Kälteschübe, das war's. Das ist nichts im Gegensatz zu dem, wenn ich "richtig" auf H war. Richtige Sorgen macht mir unsere finanzielle Situation. Diesen Monat wird es ganz eng. Aber der Drang wenigstens einen Ersatz zum H zu haben ist groß. Sehr groß.

Ich habe noch 8 Alprazolam, die ich mir unbedingt bis zum nächsten Arzttermin einteilen muss. Einteilen ist schwer, wenn man abhängig ist und dazu neige ich sehr zur Maßlosigkeit. Ich hoffe, dass es diese Woche klappt, sonst habe ich echte Probleme.

Morgen kommen Svens Eltern und holen das Auto ab. Führerschein weg. Er ist niemals berauscht gefahren, wurde aber 2 mal angehalten, als er noch Reste im Blut hatte.

Es geht alles immer weiter den Bach runter. Ich habe gestern online eine Klinik gefunden, in der man direkt nach der Entgiftung eine Therapie machen kann. Die Zeit zwischen Entgiftung und Monate warten ist hart. Das wäre perfekt, es gibt dort sogar Tiere, die man mit versorgt.

Ich werde die nächsten Tage dort anrufen und schauen, ob ich auf die Warteliste komme. Das Alles muss aufhören, bevor ich ALLES verliere. Sven ist nicht motiviert eine Therapie zu machen und ich denke, das wird unser Ende sein, wenn ich gehe. Ich muss mich retten und an mich denken. Ich bin überfordert, irgendwie.

Süchtig sein ist ein Kampf. Clean sein ist ein Kampf, das Leben ist ein Kampf.




Marla


07|02|2020 Erster Post & Aktuelle Lage

Hallo an die Person/en, die das hier vielleicht irgendwann lesen. 

Gerade bin ich mal wieder bei Tag 3 ohne H. Es funktioniort gut, sogar mit wenig Subutex,, denn das ist WEITAUS besser, als keinen "Ersatz" zu haben. "Weitaus besser" ist ziemlich untertrieben, es wäre eine Katastrophe. Und -leider- funktioniert es nur mit viel Alprazolam, was ich zur Zeit zum Glück verschrieben bekomme und es mir nicht auf anderen Wegen besorgen muss. 

Wahrscheinlich Jeder stellt sich die Frage (verständlicher Weise) beim Stichwort Heroin, gerade bei Frauen: Spritzt Sie? Prostituiert Sie sich? Raubt Sie Menschen aus? Zum Glück kann ich bei Allem verneinen. Ich konsumiere H nasal, prostituiert habe ich mich noch nie und diesen Schritt würde ich niemals tun. Bevor ich an diesem wäre, würde ich die "schlimmste" Einrichtung zur Entgiftung vorziehen. 

Ich habe während den Jahren in meiner Sucht einige Einrichtungen kennen gelernt, aber dazu folgt nochmal ein gesonderter Post. Auch ausgeraubt habe ich noch niemalseinen Menschen, das würde ich nicht über's Herz bringen, das geht absolut gegen meine Moral-vorstellungen.

Allerdings habe ich Familienmitglieder beklaut, als die Entzugserscheinungen so unerträglich waren. Meiner Mutter habe ich es gestanden, ich konnte es nicht mehr mit mir herumtragen.

Die andere Person aus meiner Familie wird davon hoffentlich niemals erfahren. Ich habe mittlerweile den Kontakt zu ihr abgebrochen, aus anderen Gründen, aber das erwähne ich auch in einem anderen Post mal genauer, indem ich genauer über meine Familie berichte, über die psychischen Erkrankungen, die sich wie ein roter Faden durch meine Familie ziehen und von denen ich auch "meinen Teil" abbekommen habe. 

Zur Zeit mache ich mir ziemlich große Sorgen weil mein Xanax/Alprazolam - Konsum so zugenommen hat, so ist es immer wenn ich aufhöre mit H. Ich hoffe der Arzt ist kulant. Mir ist selbst bewusst, dass die Benzodiazepine KEINE Dauerlösung sind, nein das sind sie auf keinen Fall, aber damit schaffe ich es zumindest erstmal kein H mehr zu konsumieren und ich HOFFE HOFFE HOFFE ich schaffe es. 




Grüße an alle Mitleidenen und natürlich auch an Diejenigen, die einfach interessiert sind. 


Marla

03|03|2020 Hoffnung: Aufnahme in einer Entgiftung

In genau einer Woche, am 10.03. geht's los und ich kann mit der Entgiftung starten. Es ist nicht die Klinik, vor der ich im letzten Pos...